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Hörspielbahnhof ist ein "Ort der Ideen"

Von VIOLA PETERSSON
Joachimsthal (MOZ) "Das Ohr aufs Gleis legen" - unter diesem Motto ist die Schorfheidestadt am 22. August mit dem Hörspielbahnhof "Ort der Ideen". Das kleine Amt im Norden des Barnims hat es damit bereits das zweite Mal geschafft, mit einem Projekt ausgewählt zu werden. "Im vorigen Jahr war es die Fachwerkkirche Glambeck mit der Konzertreihe, die gleich am Neujahrstag als ,Ort der Ideen' geehrt wurde", erinnert Gabi Lange, Kulturkoordinatorin im Amt, und freut sich über den neuerlichen Erfolg. 2007 war Glambeck immerhin der einzige Ort aus dem Landkreis Barnim. 2008 sind es vier - neben Joachimsthal hat es Eberswalde mit drei Initiativen geschafft.

Insgesamt hatten sich bundesweit für 2008 knapp 1500 Einrichtungen, Vereine, Verbände oder Initiativen als "Ort der Ideen" beworben. Eine Jury hat 365 plus 1 besondere "Orte" im Schaltjahr gekürt. Das Land Brandenburg ist mit 14 Projekten vertreten. "Wir hatten uns mit dem Kaiserbahnhof und dem Wasserturm beworben", so Lange. Der Kaiserbahnhof mit dem Hörspielkonzept habe letztlich das Rennen gemacht - in der Rubrik "Kunst und Kultur". Am 22. August warte der Heimatverein Joachimsthal, der den Hörspielbahnhof betreibt, mit einer "Langen Nacht des Krimihörspiels" auf, verrät Gabi Lange schon mal. "Wir werden mehrere kurze Krimihörspiele anbieten." An weiteren Überraschungen arbeite man. Die Jury spannte in ihrer Begründung zum Kaiserbahnhof den Bogen von der Vergangenheit bis in die Zukunft. "Früher machte Wilhelm II. hier - zwischen Eberswalde und Templin - Station, um auf die Jagd zu gehen", heißt es. Heute geben nicht mehr Blaublütige den Ton an, sondern Hörspiele. "Der Heimatverein Joachimsthal verwandelte die alte Station in Deutschlands ersten Hörspielbahnhof", lobte die Jury. Dafür gestalteten die Freiwilligen das Gebäude nach der Sanierung zu einem Auditorium um. Seitdem gibt es in der Sommersaison Hörenswertes für Jung und Alt. Und die Idee findet Anklang. Zu den Hörspielen und Führungen kamen in den vergangenen zwei Jahren beinahe 10 000 Besucher - Tendenz steigend. Deshalb habe der Ort ebenso wie die 365 anderen Vorbildcharakter, ist in dem Schreiben an die Stadt Joachimsthal zu lesen. "Die Vielfalt der Erfolgsgeschichten gibt Menschen Ansporn, sich zu engagieren und tatkräftig die Chancen unseres Landes zu erkennen und zu gestalten. Für diesen Mut zur Zukunft gebührt Ihnen unsere Anerkennung." Als "Ort der Ideen" wird der Kaiserbahnhof selbstverständlich in den Reiseführer 2008 "Deutschland - Land der Ideen" aufgenommen. "Das ist für uns und die Schorfheide zusätzliche Werbung", frohlockt Gabi Lange. Die haben die Stadt, die ODEG sowie der Verein auch nötig. Zum einen ist die Projektförderung über die "Kulturschiene Barnim" ausgelaufen, zum anderen zählt für den Erhalt der Eisenbahnstrecke Eberswalde - Joachimsthal jeder Fahrgast.
Barnimer "Orte der Ideen" 2008: 2. April Bürgerstiftung Barnim Uckermark in Eberswalde; 10. April Fachhochschule Eberswalde; 14. Mai Barnimer Netzwerk Fachkräftesicherung in Eberswalde; 22. August Hörspielbahnhof Joachimsthal


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